Kinder wollen unterhalten sein

Quelle: Netzwerk Alleinerziehenden-Arbeit
 
Polit-Talk zum Kindesunterhalt am 19. Januar 2015 in Stuttgart

Derzeit erstellt die Landesregierung den ersten Armuts- und Reichtumsbericht für das Land Baden-Württemberg. Alleinerziehende gehören zu der Gruppe, die das höchste Armutsrisiko tragen.

Dabei spielen mangelnde und ausbleibende Unterhaltszahlungen eine erhebliche Rolle. Viele Alleinerziehende haben große Probleme mit dem Erhalt des ihren Kindern zustehenden Unterhalts und fühlen sich häufig von staatlicher Seite nicht genügend unterstützt.

Dies nahm das Netzwerk Alleinerziehenden-Arbeit Baden-Württemberg zum Anlass, zu einem Expert/-innengespräch mit den familienpolitischen Sprechern der Regierungsfraktionen Anneke Graner (MdL, SPD) und Thomas Poreski (MdL, Die GRÜNEN) einzuladen.

Eine geballte Fachkompetenz aus Politik, Rechtsprechung, Familienforschung, Beratung sowie Betroffenen lauschte gespannt der Einführung in das Thema durch die VAMV Bundesvorsitzende Edith Schwab. „Etwa die Hälfte aller alleinerziehenden Eltern bekommt keinen Unterhalt für ihre Kinder. Von den Unterhaltszahlungen, die beobachtet werden können, entspricht nur etwa die Hälfte dem Mindestanspruch gemäß Düsseldorfer Tabelle. Wollen wir es zulassen, dass Kinder weiterhin ein
Armutsrisiko für Familien sind?“ so Schwab.

Beide Landtagsvertreter kritisierten in ihrem Statement das Fehlen von validen Zahlen, was den Kindesunterhalt angeht. Anneke Graner bekräftigte, dass Kinderarmut nicht geduldet werden könne, während Thomas Poreski betonte: „Kindesunterhalt nicht zu bezahlen, ist eine Straftat.“